Dienstag, 14. Juli 2026

CINNA NAUKA auf Tour - Unsere Ijsselmeerrunde

Nach einer knappen Woche sind wir wieder in Makkum gelandet, wo wir nach unserer kleinen Spritztour (teilweise recht wörtlich) rund um das Ijsselmeer einen Zwischenstopp einlegen. Unsere Tour führte uns über ca. 80sm von Makkum über Hindeloopen, Urk, Enkhuizen und Stavoren zurück nach Makkum. 

Am Freitag werden wir noch den Schlag nach Den Oever fahren und dort das schöne Ijsselmeer wieder gen Waddenzee verlassen. 

Enkhuizen

Von den Etappen bis Urk haben wir hier schon berichtet. Am 12.7. sind wir von dort aus wieder aufgebrochen und auf wunderbarem Halbwindkurs quer übers Ijsselmeer in die alte Fischer- und Seekartenmacherstadt Enkhuizen gefahren. 

Viele kleine Details in der Stadt erinnern an ihre Geschichte.




Stavoren

Am nächsten Tag wollte uns das Ijsselmeer dann doch mal zeigen, was es auch bei mittlerem Wind (Stärke 5) so kann, wenn der denn aus der richtigen Richtung kommt. Wir brachen aus windtaktischen Gründen nach Stavoren auf - schliesslich müssen wir wegen unserer Genua zurück nach Makkum. Für die nächsten Tage ist aber Ostwind angesagt, und da ist von der Westseite aus Makkum nur umständlich zu erreichen.

 Also am Wind nach Stavoren. Das geht anfangs sehr gut, dann folgt eine kurze Flautenperiode, durch die wir eine knappe Stunde lang motoren. Dann kam der Wind zurück und unter Segeln können wir was erleben. Es baute sich eine unglaublich hohe, kurze und dadurch steile Welle aus. Das ist - gelinde gesagt - ungemütlich. Im Abstand von ca. 10 Metern rollten Wellen von 1m, in regelmässigen Abständen auch 1,5 bis 2m von vorn heran. Im Revierführer hatte ich schon von der Gefahr gelesen, sich hier "festzubolzen", und jetzt lernten wir, was das bedeutet. CINNA NAUKA blieb immer wieder im Tal zwischen zwei Wellen regelrecht stecken. Dagegen halfen weder Anluven noch Abfallen. Das bedeutete jedes Mal: Wir verloren Fahrt und das Schiff drehte entweder unkontrolliert durch den Wind oder fiel unkontrolliert ab und legte sich weit auf die Seite. Nach einiger Zeit des Durchbeissens hatten wir genug davon und fuhren unter Motor durch diese Buckelpiste. Davon haben wir - wegen der Anspannung an Bord - keine Bilddokumente, aber dafür von den Auswirkungen unter Deck. In einem schicken Netz haben wir Nektarinen unter Deck gut aufgehängt, aber die wurden noch böser durchgeschüttelt als wir und hinterliessen ihren Protest in Form von Klebs im Schiff.


Aber wir erreichten Stavoren dann doch, und wie üblich sah die Welt schon hinter der Hafeneinfahrt viel freundlicher aus. Ein Bier auf dem Deich später ... 

... ging es schon wieder viel besser.

Am 14.7. sind wir also wieder nach Makkum gesegelt, und das war Amwindsegeln vom feinsten. Mit einem Reff im Gross und der kleinen Fock rauschte CINNA NAUKA mit teilweise über 4 Knoten dahin, während alle auf ihre Weise die Fahrt genossen.