Donnerstag, 23. Juli 2026

CINNA NAUKA auf Tour - Vom Ijsselmeer in die Nordsee

 Abschied vom Ijsselmeer

In Makkum bekamen wir unsere reparierte Genua zurück und sind nun wieder in voller Besegelung unterwegs. 

Die kleine Fock ist in der Kiste verstaut. Nebenher nähten wir einmal mehr ein paar Nähte an der Sprayhood nach. Wir genossen die sommerlichen Tage am Strand, besuchten die kleine Stadt und genossen den Komfort der riesigen Marina: kostenloser Kaffee am Steg, Fahrradverleih, Pool, SUP-Verleih und Strandbar für den wortwörtlichen Sundowner

Ausserdem konnten die Jungs kostenlos im Optimisten durch den Hafen segeln.

Am Freitag, dem 17.7. machten wir uns auf den Weg entlang des Afsluitdijks in Richtung Den Oever. Dabei segelten wir mitten durch den Windpark Fryslan mit seinen 89 Windrädern, die im Abstand von je 600m voneinander entfernt im Wasser stehen. Vor der Einfahrt in den Park mussten wir aber erst noch an einigem Fischereigedöns vorbei. Zum Glück wussten wir aus der einschlägigen Literatur, dass man nahe an den Fähnchen im Luv gut zwischen den Stellnetzen unter Wasser durch kommt.

Nach der Fischerei kamen die Windräder. 

Ein schöner Segelwind pustete uns knapp 4 Meilen weit durch den Windpark und weiter auf Den Oever zu, wohin ein 200m hoher Funkmast schon aus der Ferne den Weg weist. Dort angekommen fuhren wir direkt in die Schleuse nach draussen in die Waddenzee, wo wir im Aussenhafen fürs Wochenende festmachten. Für eine Waddenzeefahrt war uns einfach zu viel Wind angekündigt. Der schnörkel- und komfortlose Hafen schockte uns für den ersten Moment (vor allem nach dem Luxus in Makkum), aber wir fanden ihn schnell recht charmant. Besonders die Mole mit Waddenzee-Aussichtsturm und die Ortsnähe überzeugten uns.  Zu unserer Überraschung lag im Hafen auch schon eine andere Westerly Centaur.


Den Oever ist ein hübsches kleines Städtchen, das man vom Waddenzeehafen aus schnell erreicht. Es gibt coole Bars und Cafés mit selbstgebackenen Leckereien, eine historische Windmühle und ein ausgedehntes Naturschutzgebiet. Am Sonntag spazierten wir den langen Weg zum Binnenhafen und freuten uns, dass wir uns nicht für diesen Hafen entschieden hatten. Dort war nichts los, alles geschlossen. Immerhin plauderten wir ein Weilchen mit den Leuten auf dem Schweizer Katamaran Vellamo von oceanyouthsailing.com und machten uns dann auf den Rückweg, nach dem wir den Aussenhafen umso schöner fanden.

Durch die Waddenzee

Vom Waddenzeehafen aus hat man eine schöne Sicht über das Watt bis nach Texel und Den Helder, wo nachts der Leuchtturm weit zu sehen ist.

Wir konnten also unser nächstes Ziel schon sehen, das wir am Montag ansteuerten. Gut geplant ist halb gewonnen: Wir sahen, dass wir ein Stück weit am Wind segeln und teilweise wegen zu grosser Höhe die Maschine benutzen müssen, am Schluss aber bis Den Helder mit achterlichem Wind und mitlaufendem Strom schnelle Fahrt machen werden. So kam es dann auch. Auf den letzten Meilen zogen die Segel und schob der Strom unsere CINNA NAUKA auf bis zu 6,8kn über Grund. Gewaltig für so ein kleines Boot und unser bisheriger Rekord!

So erreichten wir den Hafen Den Helder, meldeten uns per Funk ordnungsgemäss an und motorten dann gegen einen kräftigen Querstrom in die Hafeneinfahrt ...

... und direkt danach in die enge Einfahrt zum Königlichen Marine Jachtclub (KMJC), wo wir vom Hafenmeister freundlich empfangen wurden.

Der Jachtclub ist sehr schön gelegen, um dem Deich entlang in die Stadt zu spazieren, die wir schon von einem Besuch vor ein paar Jahren kannten. 


Endlich ergab sich auch Gelegenheit für ein Familienfoto mit unseren CINNA NAUKA T-Shirts.

Auf in die Nordsee

Am nächsten Mittag ging es mit ablaufendem Strom weiter auf den ersten grossen Nordseeschlag. Wir waren gespannt, wie Boot und Crew das schaffen. Ziel war das 36sm entfernte Ijmuiden. Achterlicher Wind und mitlaufender Strom verhiessen wiederum eine schnelle Fahrt. Aber der Wind blieb schwächer als geplant und Skipper Frank hatte den Segeltrimm nicht recht im Griff. Deshalb waren wir doch deutlich langsamer als wir wollten und verschenkten wertvolle Zeit. So wurde es später und später, und mit jeder Meile südlich nahm der Seegang etwas zu.

CINNA NAUKA steckte das wunderbar weg. Gegen 20 Uhr schalteten wir aber doch die Maschine zu, um die letzten 7 Meilen und die Platzsuche in der Marina noch bei Tageslicht zu schaffen. In der Anfahrt auf Ijmuiden schaukelte es doch mächtig, und wir waren gegen halb zehn froh, dass wir es in den Schutz des Vorhafens geschafft hatten und das Wasser ruhiger wurde. Jetzt liegen wir in der Seaport Marina von Ijmuiden und warten auf geeignetes Wetter für die Weiterfahrt nach Scheveningen. Das wird am Freitag klappen. Mit schwachem Wind wird es wohl eine eher langsame Fahrt, aber dafür wahrscheinlich auch sehr ruhig. Bis dahin geniessen wir die Zeit am Strand, schauen den Kitern zu oder beobachten die zeitweise viel befahrene Hafeneinfahrt von Ijmuiden.

 Wir werden auf jeden Fall weiter berichten.






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